Für interessierte Neukunden: Senden Sie mir bitte per Email unter Angabe Ihrer Adresse (!) und Tel.-Nr. eine kurze Zusammenfassung des Problemverhaltens Ihres Hundes/Ihrer Katze. Details werden später im verhaltenstherapeutischen Fragebogen erfragt, den ich erst dann benötige, wenn ein Termin vereinbart wurde...

Ich werde mich zeitnah melden, um alles weitere unverbindlich mit Ihnen zu besprechen.   

Verhaltensmedizin und Verhaltenstherapie:

Die tierärztliche Verhaltensmedizin und Verhaltenstherapie verknüpft Disziplinen der Verhaltens- und Lernbiologie mit klinischen Fachrichtungen (Neurologie, Innere Medizin, Endokrinologie, Pharmakologie,...) und Kenntnissen aus der Psychologie und Psychopharmakologie.

Sie ist somit zu einem Spezialgebiet der Tiermedizin geworden, die eine mehrjährige Zusatzausbildung erfordert.

 

In der Verhaltensmedizin werden die psychischen und organischen Ursachen von Verhaltensproblemen und Verhaltensstörungen diagnostiziert und durch therapeutische Maßnahmen, sowie gegebenenfalls mithilfe unterstützender Medikamente behandelt.

 

Ziele einer Verhaltenstherapie (im Gegensatz zur reinen "Symptombekämpfung und -unterdrückung") wären also z.B.

 

Bei einem Hund, der sich aufgrund einer isolierten Aufzucht unsicher in Gegenwart von fremden Menschen verhält und oft anfängt zu bellen oder zu knurren, sobald diese auf ihn zukommen: eine Verminderung der zugrunde liegenden Angst und die Möglichkeit in der Nähe von fremden Menschen zu entspannen, anstatt nur das "Symptom" Bellen/Knurren zu verbieten...

 

Bei einer Katze, die aufgrund einer Blasenentzündung angefangen hat, die anscheinend Schmerzen zufügende Katzentoilette im Badezimmer zu meiden und stattdessen Harn auf Textilien im Badezimmer abzusetzen: eine medizinische Behandlung der Blasenentzündung und gezielte Wiedergewöhnung an das Substrat Katzenstreu und das Betreten des Badezimmerfußbodens, anstatt die Katze beim Harnabsatz außerhalb der Katzentoilette zu bestrafen oder sie bei Abwesenheit des Besitzers ins Badezimmer einzusperren...

 

Anders als in der "normalen" Erziehung oder Ausbildung werden in der Verhaltenstherapie also nicht nur erwünschte Verhaltensweisen auftrainiert oder unerwünschte Verhaltensweisen abtrainiert, sondern vor allem die zugrunde liegenden Gefühlszustände (z.B. Angst) und die bestehenden Reaktionsmuster (z.B. Aggression) auf die Umwelt geändert.

Die hierzu erforderlichen Techniken und Maßnahmen können, anfänglich unter genauer Anleitung des auf Verhaltensmedizin und Verhaltenstherapie spezialisierten Tierarztes, vom Besitzer sehr bald selbst im Alltag umgesetzt werden.

 

Der Besitzer wird im Laufe der Behandlung weiterhin lernen:

  • Das Verhalten seines Tieres besser zu verstehen,
  • seine eigenen Verhaltensmuster im Umgang mit dem Tier zu durchschauen, 
  • schwierige Situationen im voraus zu erkennen, bzw. zu lösen oder zu umgehen,
  • die Gefühle und Stimmungen seines Tieres im Alltag besser zu beeinflussen und
  • dem Tier geeignete Alternativen zu unerwünschtem und fehlgerichtetem Verhalten aufzutrainieren, bzw. dieses schonend abzubrechen oder umzulenken.

In vielen Fällen braucht es mehrere Wochen oder Monate, bis sich eingefahrene Verhaltensmuster im Gehirn umstrukturiert haben, meist wird jedoch durch geeignete Maßnahmen im täglichen Umgang und der Haltung eine schnelle Verbesserung der akuten Problemsituation erreicht.

 

 

"Vitus", Laekenois - Rüde, gestorben im August 2014

Für Kollegen:

Die Mobile Tierverhaltenstherapeutische Praxis ist eine reine Verhaltenspraxis, die als Überweisungspraxis keinerlei "klinische Versorgung", Diagnostik oder Medikamentenabgabe anbietet.  

 

Im Laufe einer Verhaltenstherapie oder Beratung ergeben sich jedoch oft Hinweise auf zugrunde liegende oder das Verhalten beeinflussende organische Probleme, die nach der Anamnese oder nach Beginn der Therapie dem behandelnden Haustierarzt in Form einer schriftlichen Rücküberweisung mitgeteilt werden.

 

Die Rücküberweisung umfasst weiterhin:

  • Den Grund der Konsultation,
  • die verhaltensmedizinischen Diagnosen,
  • die nötigen Routineuntersuchungen im Falle eines Psychopharmakaeinsatzes (Herzuntersuchung, Blutuntersuchung: Leber-/Nierenprofil),
  • die nötigen weiterführenden Untersuchungen (neurologische, ophthalmologische, kardiologische oder orthopädische Untersuchungen, Untersuchungen des Urogenital - oder Gastrointestinaltraktes...),
  • im Falle eines Psychopharmakaeinsatzes die benötigte Abgabemenge, Dosierungsschema und Medikamenten - Infos und
  • die eingeleiteten Therapiemaßnahmen und den folgenden Plan für das Verhaltensmodifikationstraining/für die Verhaltenstherapie.

Wir freuen uns auch nach der schriftlichen Rücküberweisung über eine enge Zusammenarbeit mit dem behandelnden Haustierarzt!

"Jardas" Freundin "Cleo"

"Moses", Briard-Herdenschutzhund-Azawakh-Mix